Monitoring

Proxmox VE komplett agentless mit Zabbix überwachen

Ein Zabbix-Template liest den ganzen PVE über die REST API: Cluster, VMs und Container, Storage, Backups, Tasks, SMART-Status und HA, ohne Agent auf Host oder Gästen, inklusive Dashboard mit elf Seiten.

Thomas 26. Juli 2026 3 Min. Lesezeit 26. Juli 2026

Übersicht

Wer Proxmox VE ernsthaft überwachen will, braucht mehr als Ping und CPU-Last: Sind alle VMs gestartet? Läuft das Storage voll? Hat das letzte Backup funktioniert? Stirbt gerade eine SSD? Das Template Zabbix-Template-Proxmox-VE-REST-API beantwortet all das über die offizielle PVE REST API, komplett agentless. Kein Zabbix Agent auf dem PVE-Host, keiner in den VMs.

Abgedeckt werden Host- und Cluster-Metriken, alle QEMU-VMs und LXC-Container, Storage, Backups, Tasks, Netzwerk-Interfaces, HA-Ressourcen, physische Disks inklusive SMART und Wearout sowie die PVE-Benutzerkonten. Funktioniert auf Einzel-Nodes genauso wie im Cluster.

Zabbix Dashboard: PVE-Seite mit Version, Uptime, RootFS, CPU und RAM

API-Token anlegen

Das Template braucht nur einen lesenden API-Token. Der einfache Weg ohne Privilege Separation:

  1. Benutzer anlegen: Datacenter, Permissions, Users, Add. Beispiel: zabbix@pam
  2. Rolle zuweisen: Datacenter, Permissions, Add, User Permission. Pfad /, Benutzer zabbix@pam, Rolle PVEAuditor, Propagate aktivieren
  3. Token erstellen: Datacenter, Permissions, API Tokens, Add. Benutzer zabbix@pam, Token ID Zabbix, Privilege Separation deaktivieren. Das Secret wird nur einmal angezeigt.

Wer Privilege Separation aktiviert lässt, muss die PVEAuditor-Rolle zusätzlich explizit dem Token zuweisen (API Token Permission auf Pfad /). Für das Disk-Monitoring ist das Privileg Sys.Audit nötig, das in PVEAuditor enthalten ist. Zeigen die Disk-Items "not supported", fehlt meist das Propagate-Häkchen.

Installation

  1. template_proxmox-ve-rest-api.yaml in Zabbix 7.0+ importieren
  2. Host anlegen, Template zuweisen, Interface leer lassen (HTTP Agent braucht keins)
  3. Pflicht-Makros am Host setzen:
Makro Beispiel
{$PVE_IP} 192.168.1.10
{$PVE_PORT} 8006
{$PVE_NODE} pve
{$PVE_API_USER} zabbix@pam
{$PVE_API_TOKEN_ID} Zabbix
{$PVE_API_TOKEN} Token-Secret, als Typ Secret text

Was entdeckt wird

Zehn Discovery-Regeln legen die Items automatisch an: LXC-Container und QEMU-VMs mit CPU, RAM, Disk und Netzwerk, Cluster-Nodes mit Status und Uptime, Storage-Pools mit Kapazität, Backup-Jobs (vzdump und PBS, gruppiert pro VM), sonstige Tasks, PVE-Benutzer mit Ablaufdatum, Host-Netzwerk-Interfaces, HA-Ressourcen und physische Disks mit SMART-Status.

Latest Data: automatisch angelegte Items einer VM

Zabbix Dashboard: Node-Status und Uptime

Trigger-Highlights

Neben den erwartbaren Alarmen (VM gestoppt, Storage voll, Backup fehlgeschlagen, Node offline, Interface down) stecken ein paar durchdachte Details drin:

  • Quorum verloren feuert als DISASTER, aber nur auf echten Clustern. Ein Standalone-Node meldet standalone und bleibt still.
  • SMART und Wearout: Disks, deren SMART-Status nicht PASSED ist, lösen HIGH aus, SSDs unterhalb der Wearout-Schwelle eine Warnung. Sterbende Disks fallen auf, bevor PVE selbst meckert.
  • Over-Provisioning-Erkennung: Bleibt eine VM 24 Stunden unter 5 Prozent CPU oder unter 20 Prozent RAM, gibt es einen INFO-Trigger. Das zeigt, wo zugewiesene Ressourcen verschwendet werden. Umgekehrt warnt ein Trigger bei dauerhaft über 90 Prozent RAM vor Unter-Provisionierung.
  • Benutzer-Ablauf: PVE-Konten, die in den nächsten zwei Tagen ablaufen, werden gemeldet.

Jeder Alarm-Typ hat einen Ein/Aus-Makro-Schalter, mit Kontext-Makros auch pro Instanz. Für Wartungsfenster lässt sich etwa {$CLUSTER.NODES.OFFLINE.MAX} hochsetzen, statt Trigger zu deaktivieren.

Dashboard

Das mitgelieferte Dashboard hat elf Seiten: Overview, PVE-Host, Storage, QEMU-VMs, LXC-Container, Backup, Nodes, Cluster, HA und Disks, Tasks und Netzwerk. Alle Widgets befüllen sich über Prototypen automatisch mit den entdeckten Objekten.

Grenzen

CPU-Temperaturen liefert die PVE-API nicht, dafür braucht es weiterhin einen Agent oder ein eigenes Skript. Und wer wirklich nur Backups überwachen will, fährt mit dem schlankeren Log-basierten Backup-Template ohne API-Token günstiger; dieses Template hier deckt Backups aber ohnehin mit ab.

Fazit

Ein API-Token, sechs Makros, und der komplette PVE inklusive aller Gäste, Storage, Backups und Disk-Gesundheit liegt in Zabbix, ohne einen einzigen Agent zu installieren. Template und Doku: github.com/Garfieldttt/Zabbix-Template-Proxmox-VE-REST-API

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